Erpfingen

Ortszentrum vom Luftkurort Erpfingen

Geschichtliches zu Erpfingen


Die ersten Spuren des Menschen in dieser Gegend reichten weit in die vorgeschichtliche Zeit zurück. Funde von Stein- und Knochenwerkzeugen in der Karlshöhle und in den Halbhöhlen des Gruppenlochfelsens liefern hierfür den Beweis.

Auch aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit gibt es Hinweise auf die Anwesenheit von Menschen. Die erste feste Besiedlung erfolgte in der Zeit von 400 v. Chr.

Die erste sichere Erwähnung findet Erpfingen am 16. November 777 in Form einer Eintragung in das Schenkungsbuch des Klosters Lorsch in lateinischer Sprache.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Erpfinger zum größten Teil Leibeigene adliger Herren oder reicher Klöster. Im 30jährigen Krieg wurde ein Großteil des Dorfes verwüstet. Hunger und Pest forderten ihre Opfer unter der Bevölkerung.
Das Dorf erholte sich nur sehr langsam. Eine vollkommene Missernte 1818, die eine entsetzliche Hungersnot zur Folge hatte, führte dazu, dass ca. 50 Einwohner Erpfingen verließen und nach Osten wanderten. 1850 bis 1854 wanderten eben so viele nach Amerika aus. Zwei wichtige Ereignisse für das Dorf können aus dieser Zeit vermerkt werden.

1820 wurde Johann Ludwig Schneller, der Begründer des Syrischen Waisenhauses, in Erpfingen geboren. 1834 entdeckte der Schullehrer Fauth zusammen mit seinem Schüler J. L. Schneller die Karlshöhle.

Entdeckung der Bärenhöhle

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte dann eine merkliche Verbesserung der Lebensverhältnisse. In dieser Zeit wurden das Rathaus und das Pfarrhaus gebaut. Die Kirche wurde erweitert und gegenüber der alten Schule entstand ein neues Schulhaus. 1911 wurde in Erpfingen die Wasserleitung gebaut. 1914 kam die Elektrifizierung des Dorfes. Die Entdeckung der Bärenhöhle im Jahre 1949 führte zu einem Aufschwung des Tourismus.

Mittlere Industrie- und Handwerksbetriebe entstanden, die ermöglichten, dass immer mehr Menschen ihr Brot nicht mehr allein durch die Landwirtschaft verdienen mussten. In den letzten Jahrzehnten setzte eine große Bautätigkeit ein. So entstanden das Schulhaus mit Lehrschwimmbecken, der Kirchturm und Kirchneubau, die Mehrzweckhalle mit Sportplatz, viele neue Wohnhäuser, Straßen und Gehwege. Im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms wurden die alten Gebäude in schmucke farbige Häuser umgewandelt.

Im Februar 1978 wurde der Ortsteil Erpfingen zum Luftkurort ernannt. 1985 wurde das Haus des Gastes eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. 1992 wurde ein Kurgarten angelegt und im Februar 1993 das erste deutsche Ostereimuseum eingeweiht.